
Neue Wege in der Orthopädie – wie kann man mit der eigenen Muskulatur eigene Blockaden beziehungsweise Fehlstellungen ausgleichen?
Ein Chiropraktiker oder Manualtherapeut untersucht seine Patienten mit der Hand: Er tastet ab und prüft die Beweglichkeit in den einzelnen Wirbeln, aber auch in allen anderen Gelenken. So können Bewegungsstörungen festgestellt und Blockaden ertastet werden.
Wenn dies der Fall ist, wirkt der Behandler mit einem therapeutischen Impuls darauf ein: Er führt im Körper eine gezielt gesteuerte Bewegung herbei und löst so die Blockade.
Ob diese Bewegung aber für den Körper gut und vorteilhaft ist, kann der Therapeut vorher nicht sicher wissen. Deshalb kommen bei manualtherapeutischen Eingriffen manchmal Nebenwirkungen vor – auch dann, wenn ein erfahrener Therapeut die Behandlung nach allen bekannten Regeln durchführt.
Hier setzt die neue Technik der Manualtherapie von Dr. med. Peter Ivanits an: Dabei wird die blockadebefreiende Bewegung mit der eigenen Muskulatur durchgeführt. Der Behandler stellt das betroffene Gelenk im richtigen Winkel ein, danach führt der Patient mit eigener Muskelkraft die Bewegung aus.
Der große Vorteil bei dieser Technik ist, dass der Körper keine Bewegung aus eigener Kraft zulassen würde, die ihm nicht gut tun und möglicherweise schaden würde. Wenn die angeleitete Bewegung zu einer Nervenirritation führen würde, würde der Patient einen Schmerz verspüren und mit der Bewegung sofort aufhören. Die eigene Schmerzgrenze beziehungsweise das Schmerzempfinden schützen also vor Nebenwirkungen.
Ein weiterer Vorteil dieser sanften Methode ist, dass man bei manchen Gelenken eine wesentlich höhere Kraft und Effizienz ausüben kann als mit der alten Methode. Bei einigen Gelenken beziehungsweise an der Wirbelsäule kann der Therapeut gar keinen Ansatz finden, um Kraft auszuüben. Wenn der Patient aber die richtige Bewegung mit eigener Kraft unter einer genauen Einstellung ausführt, kann er jedes Gelenk bewegen und so jede Blockade lösen – mittels einer sicheren Technik, die mit großer Wahrscheinlichkeit keine Nebenwirkungen erzeugt.